Oligometastasierung: Drei Bestrahlungen statt ADT (Hormonablation)?

Mit der sensitiveren Detektion von Metastasen mittels PSMA-PETs nimmt die Zahl an Patienten zu, bei welchen eine begrenzte Metastasierung des Prostatakarzinoms entdeckt werden kann. Diese Situation der begrenzten Metastasierung mit maximal 3-5 Metastasen bezeichnet man als Oligo-Metastasierung. Eine anti-hormonelle Therapie (Androgen-Entzug, ADT) erscheint dann bei teilweise sehr niedrigen PSA-Werten noch verfrüht, dagegen wird postuliert, dass mit einer alleinigen lokalen Therapie ein Teil der Patienten sogar geheilt werden kann.

In einer randomisierten Phase II-Studie der Universität Gent, Belgien (Ost et al, JCO 2018) wurde der Einfluss einer Lokaltherapie (OP oder Bestrahlung) bei Patienten mit einer Oligometastasierung (maximal 3 Herde) untersucht.
oligometastasierung
Stereotaktische Radiotherapie einer ossären Metastase

 

Es zeigte sich eine signifikante Verlängerung der ADT-freien Zeit von 13 auf 21 Monate bei den bestrahlten Patienten. Etwa ein Viertel der Patienten war während der gesamten Studiendauer ohne Progress der Erkrankung und benötigte keine ADT. Die Oligometastasen wurden bei der grossen Mehrzahl der Patienten mittels Körperstereotaxie behandelt, einer Methode, die sich durch eine exzellente Verträglichkeit auszeichnet: lediglich 17% Grad 1 Toxizität, keine höhergradigen Nebenwirkungen in der Studie von Ost et al..

Somit kann bei Patienten mit oligometastasiertem Prostatakarzinom die stereotaktische, fokusierte Bestrahlung eine gute lokale Kontrolle erreichen und die Zeit bis zur PSA-Progression und somit auch bis zur Notwendigkeit einer ADT wesentlich verlängern.

Selbstverständlich werden diese Patienten nach der Therapie engmaschig überwacht, um bei einem Krankheitsprogress die dann notwendige ADT frühzeitig einzuleiten. Ebenso müssen die Patienten, die nicht auf die Lokaltherapie ansprechen, frühzeitig erkannt und systemisch behandelt werden.

Link zur Publikation: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29240541

Ansprechpartner: Prof. Dr. Matthias Guckenberger (matthias.guckenberger@usz.ch)