Tumorerkrankungen

Die Radio-Onkologie ist heute ein unverzichtbarer Bestandteil in der Behandlung vieler Tumorerkrankungen. Wenn heute ein Patient von einer Tumorerkrankung geheilt werden konnte, dann hat dabei in der Hälfte der Behandlungen die Radio-Onkologie einen wichtigen Beitrag geliefert, ist also eine wichtige Säule der kurativen Therapie. Auch wenn keine Heilung mehr möglich ist, dann kann die Radio-Onkologie  Lebensqualität bewahren und z.B. Schmerzen lindern.

Dabei ist durch den raschen Fortschritt in der Wissenschaft die Onkologie im Allgemeinen sowie die Radio-Onkologie im Speziellen zu komplex geworden, als dass eine einzelne Person das gesamte Gebiet vollständig und mit höchster Kompetenz überblicken könnte.

Als grosses universitäres Zentrum werden unsere Patienten daher von Experten für die verschiedenen Tumoren behandelt. Jeder unserer Kaderärzte betreut einzelne Schwerpunkte, Spezialsprechstunden: dieser Arzt ist sowohl für die klinische Patientenbehandlung als auch Wissenschaft und Lehre verantwortlich.

Bei grundsätzlichen Fragen, speziellen Fragen zu einem Patienten oder Zuweisungen können Sie sich direkt an den verantwortlichen ärztlichen Kaderarzt wenden.

Tumore des Kopf-Hals-Bereichs

Die strahlentherapeutische Behandlung von Tumoren des Kopf-Hals-Bereichs erfolgt am UniversitätsSpital Zürich in enger interdisziplinärer Zusammenarbeit mit den Kliniken ORL (Leitung Tumorchirurgie: PD Dr. Gerhard Huber), Kiefergesichtschirurgie (Leitung Tumorchirurgie: MB.Ch.B. B.Ch.D. M.Ch.D. MG Bredell), Medizinischen Onkologie (Verantwortliche OAe: Fr. Dr. Tamara Rordorf), bzw. dem Institut für Histopathologie und den Instituten für diagnostische Radiologie und Nuklearmedizin. Ende 2013 erfolgte die Zertifizierung des Kopf-Hals-Organtumorzentrums durch die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) im Rahmen der Tumorzentrenbildung am USZ. Alle Patienten werden vor Behandlungsbeginn an unserem wöchentlichen interdisziplinären Tumorboard (jeweils mittwochs, 8 - 9 Uhr) basierend auf klinischen Befunden, radiologischen Bildern und der histopathologischen Diagnostik gemeinsam besprochen und ein für den jeweiligen Patienten als optimal taxiertes Therapiekonzept festgelegt.

Unsere radioonkologische Therapie entspricht dem aktuellsten Stand von Wissenschaft und Technik. Mit einer kurativ bestrahlten Anzahl Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren von ca. 170 pro Jahr an unserer Klinik ist die entsprechende erforderliche Erfahrung auf allen Ebenen des radiotherapeutischen Prozesses gewährleistet (Ärzte, Physiker, Pflege, Fachpersonal für med. techn. Radiologie sog. MTRA), sodass neue Techniken sicher und bestmöglich genutzt werden können.

Das strahlentherapeutische Vorgehen erfolgt seit Jahren gemäss schriftlicher regelmässig revidierter interner Richtlinien, zu denen unser Konsiliarius Professor Dr. med. Ch. Glanzmann u.a. Wesentliches betrug. Ein langjährig bewährtes internes Kontrollsystem mit Beurteilung aller Indikationen, Bestrahlungs-Konturen und Dosispläne durch mindestens zwei erfahrene Radioonkologen optimiert die Sicherheit und Objektivität dieser zentralen Schritte. Die kontinuierliche Evaluation der eigenen Resultate (Qualitätskontrolle) ermöglicht Vergleiche mit anderen Zentren und Kenntnis über den Effekt erfolgter therapeutischer Ajustierungen und Innovationen. PD Dr. Oliver Riesterers Forschungstätigkeit ist fokussiert auf die Translation von Laborresultaten in die Klinik (translational research). Im Rahmen einer Grantvergabe Klinische Forschungsschwerpunkte (‚KFSP') (Co-Direktoren: Prof. Dr. Martin Pruschy, Leiter Labor für angewandte Radiobiologie, Radio-Onkologie USZ, und MG Bredell, Kiefergesichtschirurgie; Team leaders u.a. Riesterer / Studer) ist unser Team in diesem Bereich zum Thema Tumor-Hypoxie/Targeting/biomarkers aktiv

Ansprechpartner für Ihre Fragen oder Zuweisung von Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren:

Prof Dr. med. Gabriela Studer                                   PD Dr. med. Oliver Riesterer

Sarkome (Weichteilsarkome) / sarkomatöse Tumoren

Die Behandlung von Weichteil-Sarkomen an unserer Klinik basiert auf enger interdisziplinärer Zusammenarbeit vor allem mit dem Tumorchirurgie-Team der Orthopädie an der Uni-Klinik Balgrist (Leiter: Prof. Dr.Dr.Bruno Fuchs), USZ-intern mit den chirurgischen Team der Klinik für Plastische und Hand-Chirurgie (Direktor Prof Dr. Pietro Giovanoli), Fall-bezogen auch mit allen anderen chirurgischen Disziplinen. Die histopathologischen Diagnosen bzw. Reevaluationen der auswärtigen Diagnosen werden für alle Patienten am Institut für Pathologie USZ gestellt (Weichteil- und Knochen-Pathologie: PD Dr med Beata Bode). Als erstes Sarkomzentrum in der Schweiz wurden wir im Dezember 2013 nach Internationalen Richtlinien durch die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) zertifiziert, zusammen mit dem Tumorzentrum UZH. Zertifizierungen beinhalten jährliche Audits, die erforderte Qualität der Behandlungen und Abläufe zu überprüfen.

Eine enge interdisziplinäre Kooperation besteht schon seit ca.10 Jahren, Plattform für den regelmässigen interdisziplinären Austausch ist seit 2006 unser Sarkom-Board,  an dem wöchentlich ca. 10-15 Patienten-Situationen besprochen bzw. das therapeutische Prozedere vorgeschlagen wird. Dieses Forum mit Beteiligung aller erforderlichen Disziplinen (Chirurgie, RadioOnkologie, Pathologie, Radiologie, Medizinische Onkologie, Experten vom KinderSpital) und oft auch Zuweisern und interessierten Klinikern aus der weiteren Umgebung findet jeweils Donnerstag abend 16:30 - 18 Uhr statt, und ist im Sinne eines überregionalen Angebots- offen für Sie als Zuweiser – sei dies durch persönliche Beteiligung (physisch vor Ort, oder via Cyberfish) oder indirekt via Konsiliaranfrage an einen der Verantwortlichen.

Eine wichtige radioonkologische Kooperation besteht auch mit dem Zentrum für Protonentherapie am Paul Scherrer Institut (Villigen, AG, Prof. Dr. med. Damien C. Weber).

Die Anzahl kurativ bestrahlter Patienten mit sarkomatösen Tumoren beläuft sich an unserer Kinik derzeit auf ~40 Fälle im Jahr. Die Bestrahlung erfolgt bei allen Patienten unter optimaler Schonung der Tumor-nahen Normalgewebe, was in den meisten Fällen mittels intensitätsmodulierter Radiotherapie (IMRT) erreicht wird. In Situationen mit fraglichem Gewinn durch eine IMRT-Technik wird ein allfälliger Vorteil vorgängig durch eine ‚comparative planning' Berechnung verifiziert. Diese Bemühungen zeigen sich an der Therapie-Toleranz unserer Kohorte gerechtfertigt. Grundsätzlich erfolgt die Radiotherapie bei Patienten, bei denen eine kombinierte Therapie (also Radiotherapie zusätzlich zur Chirurgie) indiziert ist, präoperativ (weniger Dosis, kleinere Bestrahlungsvolumina erforderlich).

Ansprechpartner für Ihre Fragen oder Zuweisung von Patienten mit Sarkomen:

Prof Dr. med. Gabriela Studer                                   Dr. med. Michelle Brown MPH

Lungenkarzinom und Lungenmetastasen

Alle Patienten mit einem Lungenkarzinom oder Lungenmetastasen erhalten eine Beratung und Behandlung aus einer Hand, die innerhalb des Lungenzentrums angesiedelt ist: die optimale Therapie für alle Patienten wird interdisziplinär mit den Thoraxchirurgen, Onkologen und Radioonkologen diskutiert. Alle Experten auch der bildgebenden Disziplinen sind an einem Ort versammelt.

Für alle thorakalen Tumore bieten wir eine Therapie nach aktuellstem Stand von Wissenschaft und Technik an:

  • Nichtkleinzelliges Bronchialkarzinom
  • Kleinzelliges Bronchialkarzinom
  • Pleuramesotheliom

Auch seltenere Tumorentitäten wir das Thymom oder Nervenscheidentumore werden an unserem Zentrum mit höchster Expertise behandelt.

Alle modernen radioonkologischen Therapieverfahren stehen an unserer Klinik zur Verfügung: neoadjuvante Konzepte, definitive Radio- oder Radiochemotherapie, Körperstereotaxie sowie Radiochirurgie.

Zur Planung und Durchführung verwenden wir ausschliesslich modernste Techniken : atemkorrelierte 4D Computertomographie, FDG-PET, Intensitätsmodulierte Bestrahlung (IMRT) oder RadpidArc, Bildgesteuerte Bestrahlung (IGRT) sowie adaptive Radiotherapie (ART).

Klinische und Wissenschaftliche Schwerpunkte:

  • Körperstereotaxie des NSCLC im frühen Stadium sowie von Lungenmetastasen: In unserer Klinik wird diese anspruchsvolle und komplexe Behandlung von international renommierten Experten mit langjähriger Erfahrung durchgeführt -  die Kombination von ärztlicher Expertise und optimaler Technik ist die Grundlage für unsere exzellenten klinischen Ergebnisse.
  • Kombinierte Radiochemotherapie beim lokal fortgeschrittenen NSCLC: Beim lokal fortgeschrittenen nichtkleinzelligen Lungenkarzinom behandeln wir nach Diskussion und intensiver Analyse jedes Patienten mit den onkologischen und chirurgischen Kollegen sowohl in neoadjuvanter sowie definitiver Intention.


Ansprechpartner für alle Fragen, die thorakale Tumore betreffen, sind:

PD Dr. med. O. Riesterer      PD Dr. med. N. Andratschke       Prof. Dr. med. M. Guckenberger

Hepatobiliäre Tumore und Pankreaskarzinome

Die Behandlung dieser Tumorentitäten erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem Swiss HPB Center (Zentrum für die chirurgische Behandlung von Leber, Pankreas und Gallengangstumoren), der medizinischen Onkologie, Gastroenterologie, diagnostischen Radiologie und Nuklearmedizin. Alle Patienten werden im Tumorboard interdisziplinär besprochen und es werden individuell optimierte Therapieentscheide getroffen.

Die Radiotherapie oder Radiochemotherapie wird bei Gallengangskarzinomen nach inkompletter Resektion eingesetzt um das Rezidivrisiko zu senken oder auch präooperativ vor Lebertransplantation. Bei umschriebenen nichtoperablen Tumoren kommt auch die Körperstereotaxie zum Einsatz.

Bei grenzwertig resektablen Pankreaskarzinomen wird vor der Operation entweder eine alleinige Chemotherapie oder eine Chemotherapie gefolgt von einer Radiochemotherapie durchgeführt. Bei inkomplett resezierten Pankreaskarzinomen oder Karzinomen mit hohem Rezidivrisiko kann die Radiochemotherapie auch nach der Operation durchgeführt werden. Eindeutig inoperable Pankreaskarzinome werden mit definitiver Radiochemotherapie behandelt.

Alle modernen radioonkologischen Therapieverfahren stehen an unserer Klinik zur Verfügung: neoadjuvante Konzepte, definitive Radio- oder Radiochemotherapie, postoperative Konzepte, Körperstereotaxie sowie Radiochirurgie.

Zur Planung und Durchführung verwenden wir ausschliesslich modernste Techniken: atemkorrelierte 4D Computertomographie, FDG-PET, Intensitätsmodulierte Bestrahlung (IMRT) oder intensitätsmodulierte Rotationsbestrahlung (VMAT), Bildgesteuerte Bestrahlung (IGRT) sowie adaptive Radiotherapie.

Klinische und Wissenschaftliche Schwerpunkte:

  • Intensitätsmodulierte Rotationsbestrahlung: Diese Technik erlaubt eine konsequente Bestrahlung des Tumors bei gleichzeitig optimaler Schonung der umliegenden nicht befallenen Organe.
  • Kombinierte Radiochemotherapie: Bei Pankreas und Gallengangskarzinomen wird die Radiotherapie oft mit einer Chemotherapie kombiniert (= Radiochemotherapie). Die Chemotherapie wird dabei niedrig dosiert und soll die Wirksamkeit der Radiotherapie verbessern.
  • Radiochemotherapie vor Lebertransplantation bei Patienten mit Gallengangstumoren. Dieses multidisziplinäre Therapiekonzept kommt bei sorgfältig ausgewählten Patienten in Frage und wird in enger Zusammenarbeit mit den Kollegen vom Transplantationsteam durchgeführt.
  • Körperstereotaxie: Für Patienten mit gut abgrenzbaren Tumoren und / oder einer begrenzten Anzahl von Metastasen in der Leber oder an anderen Lokalisationen in der Bauchregion eignet sich die Hochpräzisionsstrahlentherapie (= Körperstereotaxie). Mit dieser Technik können Tumore in nur wenigen Sitzungen millimetergenau behandelt werden In unserer Klinik wird diese anspruchsvolle und komplexe Behandlung von international renommierten Experten mit langjähriger Erfahrung durchgeführt.

Ansprechpartner für alle Fragen, die Hepatobiliäre- und Pankreaskarzinome betreffen, sind:


PD Dr. med. O. Riesterer                                         PD Dr. med. N. Andratschke

Tumore des oberen und unteren Gastrointestinaltrakts

Die strahlentherapeutische Behandlung von gastrointestinalen Tumoren erfolgt am UniversitätsSpital Zürich in enger Zusammenarbeit mit der Viszeralchirurgie, medizinischen Onkologie, Gastroenterologie, diagnostischen Radiologie und Nuklearmedizin. Alle Patienten werden am Tumorboard für den oberen und unteren Gastrointestinaltrakt mit radiologischen Bildern interdisziplinär besprochen und es wird gemeinsam ein Therapiekonzept festgelegt. Wir bieten eine radio-onkologische Therapie nach aktuellstem Stand von Wissenschaft und Technik an.

Tumore des oberen und unteren Gastrointestinaltrakts umfassen im Wesentlichen folgende Tumorarten

  • Ösophaguskarzinom
  • Magenkarzinom
  • Rektumkarzinom
  • Analkarzinom

Alle modernen radioonkologischen Therapieverfahren stehen an unserer Klinik zur Verfügung: neoadjuvante Konzepte, definitive Radio- oder Radiochemotherapie, Körperstereotaxie sowie Radiochirurgie.

Zur Planung und Durchführung verwenden wir ausschliesslich modernste Techniken: Computertomographie, atemkorrelierte 4D Computertomographie, FDG-PET, Intensitätsmodulierte Bestrahlung (IMRT), intensitätsmodulierte Rotationsbestrahlung (volumetric arc radiotherapy, VMAT), Bildgesteuerte Bestrahlung (IGRT) sowie adaptive Radiotherapie.

Bei der Behandlung von gastrointestinalen Tumoren wird grossen Wert auf eine optimale Lagerung und Vorbereitung des Patienten für die Radiotherapie gelegt. So werden Patienten mit Rektumkarzinomen zum Beispiel bevorzugt in Bauchlage auf einem sogenannten Bellyboard und mit voller Blase bestrahlt. Beide Massnahmen, Lochbrett und volle Blase, schützen den Dünndarm vor der Bestrahlung. Bei Hochpräzisionsbestrahlungen werden die Patienten dagegen in Rückenlage in einem Vacuumkissen gelagert, um eine optimale Stabilität der Lagerung zu erreichen.

Klinische und Wissenschaftliche Schwerpunkte:

Intensitätsmodulierte Radiotherapie (IMRT und VMAT): Diese Technik erlaubt eine konsequente Bestrahlung des Primärtumors bei gleichzeitig optimaler Schonung der umliegenden nicht befallenen Organe.

Kombinierte Radiochemotherapie: Bei gastrointestinalen Tumoren wird die Radiotherapie oft mit einer Chemotherapie kombiniert (= Radiochemotherapie). Die Chemotherapie wird dabei niedrig dosiert und soll die Wirksamkeit der Radiotherapie verbessern. Die Radiochemotherapie wird meistens präoperativ eingesetzt und bei gewissen Indikationen auch definitiv als alleinige Behandlung mit dem Ziel der Heilung oder postoperativ im Falle einer inkompletten Resektion.

Körperstereotaxie: Für Patienten mit einer begrenzten Anzahl von Metastasen eignet sich die Hochpräzisionsstrahlentherapie (= Körperstereotaxie). Mit dieser Technik werden klar abgrenzbare und umschriebene Tumore millimetergenau mit hohen Bestrahlungsdosen behandelt. In unserer Klinik wird diese anspruchsvolle und komplexe Behandlung von international renommierten Experten mit langjähriger Erfahrung durchgeführt - die Kombination von ärztlicher Expertise und optimaler Technik ist die Grundlage für unsere exzellenten klinischen Ergebnisse.


Ansprechpartner für alle Fragen, die gastrointestinale Tumore betreffen, sind:

PD Dr. med. O. Riesterer                                                       Prof. Dr. med. G. Studer

Tumoren des Nervensystems

Hirneigene Tumoren

Wir unterscheiden hirneigene Tumor, also Tumor die von Gehirnstrukturen selbst ausgehen, von Tumoren, die als Ableger - sogenannte Metastasen – von nicht hirneigenen Tumoren in das Gehirn gelangen können. Bei beiden Formen von Tumoren kann die Strahlentherapie eingesetzt werden. Ob die Strahlenbehandlung - alleine oder in Kombination mit Operation und Chemotherapie – in der individuellen Patientensituation eine Rolle spielt, entscheiden wir gemeinsam mit unseren Spezialisten von Neurochiorurgen, Neuroonkologen und internistischen Onkologen in unserem interdisziplinären Tumorboard, in dem auch unsere Neuroradiologen und Neuropathologen anwesend sind.

Hirneigene Tumor sind beispielsweise

  • Maligne Gliome
  • Tumore des Kindes Kindes- und Jugendalters (v.a. Ependymome, Medulloblastome)
  • ZNS-Lymphome


Hirnmetastasen

Viele Krebsarten, die ausserhalb des Gehirns entstehen, können Metastasen entwickeln, die ins Gehirn streuen, wie das Mamma-, das Lungen-, das Nierenzellkarzinom und das Melanom. Je nach Beschwerden, Zahl und Grösse kann eine Operation oder eine Strahlentherapie sinnvoll sein. Eine Chemotherapie alleine ist in den meisten Fällen nicht ausreichend, um Hirnmetastasen wirksam in Schach zu halten. Es kann aber manchmal sinnvoll sein, auch bei Vorliegen von Hirnmetastasen, die klein sind und keine Beschwerden machen, eine spezifische Lokaltherapie erst nach Einleitung einer Chemotherapie zu beginnen.

Je nach Anzahl und Grösse der Hirnmetastasen kann die Strahlenbehandlung als Radiochirurgie oder als Ganzhirnbestrahlung erfolgen.

Insbesondere bei Hirnmetastasen ohne neurologische Symptomen bietet sich die Radiochirurgie - die punktgenaue Bestrahlung von Metastasen mit sehr hoher Strahlendosis meist in einer Sitzung - als gut verträgliche und schonende Methode alternativ zur Operation an.


Gutartige Tumore des Gehirns und der Hirnanhangsstrukturen:

  • Akustikusneurinom
  • Meningeom
  • Hypophysenadenom
  • Kraniopharyngeom
  • Glomustumore

Diese Tumore sind durch ein langsames, verdrängendes Wachstums charakterisiert, durch das bei entsprechender Grösse und Lage im Gehirn neurologische Störungen auftreten können.

Da diese Tumore primär nicht lebensbedrohlich sind und aufgrund des langsamen Wachstums zunächst auch ausschliesslich durch regelmässige MRI beobachtet werden können, werden auch diese Tumore in einem eigenen interdisziplinären Tumorboard vorgestellt, um die optimale Behandlungsstrategie zu empfehlen.



Ansprechpartner für alle Fragen betreffend Tumoren des Nervensystems sind:

PD Dr. med. N. Andratschke                                                        Dr. med. M. Brown MPH
Brustkrebs & Gynäkologische Tumoren

Die Radiotherapie der Brust (Mamma) nach brusterhaltender Operation eines Mammakarzinoms ist seit vielen Jahren der Standard in der Behandlung von Brustkrebs. Die Strahlentherapie reduziert das Risiko auf ein Lokalrezidiv, also die Gefahr, dass der Tumor in der selben Brust zurückkommt und bietet so eine grössere Sicherheit mit einer Verlängerung des Ueberlebens. In grossen wissenschaftlichen Studien, zeigten verkürzte Therapieschemata (gesamte Bestrahlung innerhalb von 3 - 4 Wochen) eine unverändert sehr Tumorkontrolle und Kosmetik im Vergleich zu solchen mit langer Behandlungszeit. Wir gehörten zu einen der ersten Kliniken, die diesen Nutzen zu Gunsten unserer Patientinnen erkannten und schon früh umstellten.

Zusammen mit unserern Kollegen der Gynäkologie bieten wir die Teilbrustbestrahlung mit der Intrabeam Technologie an: hier wird das Tumorbett noch während der Operation "von innern" bestrahlt und ersetzt die sonst übliche mehrwöchige Bestrahlung "von aussen". Diese Teilbrustbestrahlung kann nicht bei allen Patientinnen durchgeführt werden, sondern nur bei einer Tumorerkrankung im frühen Stadium und Fehlen sonstiger Risikoparameter.

Gynäkologischen Tumore werden bereits seit vielen Jahren erfolgreich bestrahlt und häufig wird eine Kombination aus Brachytherapie (Kurzdistanztherapie) und perkutaner Radiotherapie verwendet. Durch eine konstante Weiterentwicklung moderner Therapietechniken haben die Nebenwirkungen nach einer Strahlentherapie über die letzten Jahre deutlich abgenommen. So kann durch IMRT und VMAT (modulierte Radiotherapie) vor allem Darm und Blase optimal geschont werden.



Ansprechpartner für alle Fragen betreffend gynäkologischer Tumoren sind:

Dr. med. C. Linsenmeier MSc                                                       Dr. med. E. Holz
Tumore im Kindesalter

Tumore im Kindesalter

Die radio-onkologische Behandlung von Krebserkrankungen im Kindesalter erfolgt in sehr enger Zusammenarbeit mit dem Kinderspital der Universität Zürich (Leitung Onkologie:  Prof. Dr. Felix Niggli, Prof. Dr. Michael Grotzer). An einer gemeinsamen wöchentlichen interdisziplinären Tumorkonferenz werden für unsere kleinen Patienten Therapiekonzepte besprochen und festgelegt. Dazu werden die klinischen Befunde, die Bildgebung und die Gewebeproben (Histologie) berücksichtigt und ausführlich diskutiert. Eine Kombination aus Chemotherapie, Operation und Bestrahlung ist häufig Bestandteil einer Behandlung. Bei Kindern erfolgt die Tumortherapie meist im Rahmen grosser internationaler Studien, an denen wir selbstverständlich teilnehmen.

Häufige Tumore im Kindesalter sind Hirntumore wie Medulloblastom, Gliom oder Ependymom. Aber auch Tumore der Nieren (Nephroblastome) oder von der Neuralleiste ausgehende Neuroblastome zählen dazu. Knochentumore wie das Ewing-Sarkom oder das Osteosarkom kommen ebenfalls vor.

Unsere radio-onkologische Therapie entspricht dabei immer dem aktuellsten Stand von Wissenschaft und Technik. Je nach Indikation werden zur Bestrahlung  hochkonformale Techniken (IMRT/VMAT) oder die Stereotaxie eingesetzt.  Dabei gilt es immer das gesunde Gewebe bestmöglich zu schonen ohne jedoch die Tumorkontrolle zu kompromittieren. Auch mit den Kollegen des Paul Scherrer Institut in Villingen (Direktor: Prof. Dr. med. Damien C. Weber) stehen wir in engem Kontakt und besprechen, ob eine Therapie mit Protonen vorteilhaft sein könnte.

Wir bieten für unsere kleinsten Patienten die Bestrahlung in Sedation an, dies gemeinsam mit der Anästhesie des Kinderspitals. Dort sind die Kinder meist bereits bekannt, da auch die radiologische Bildgebung häufig in Sedation durchgeführt wird.
       
Ansprechpartner für alle Fragen betreffend pädiatrischer Tumoren sind:

Dr. med. C. Linsenmeier MSc                                                      Dr. med. M. Brown MPH

Hauttumoren

Hauttumoren sind häufig und zählten zu den ersten Tumoren die strahlentherapeutisch behandelt wurden. Sie werden von uns interdisziplinär in Partnerschaft mit den Kollegen der dermatologischen, onkologischen und chirurgischen Klinken behandelt. Die Strahlentherapie wird hier meist in einem fortgeschrittenem Stadium der Erkrankung eingesetzt oder wenn eine chirurgische Intervention aus anderen Gründen nicht sinnvoll ist. Die Behandlung bösartiger, metastasierter Tumoren, wie zum Beispiel dem Melanom nimmt einen grossen Platz auf diesem Feld ein.



Ansprechpartner für alle Fragen betreffend Tumoren der Haut sind:

Dr. med. Yousef Najafi                                                           Dr. med. C. Linsenmeier MSc
Prostatakarzinom

Der Prostatakrebs ist die häufigste Krenserkrankung des Mannes und die Strahlentherapie eine lang bekannte und sehr wirksame Therapie. Die Bestrahlung ist in der Regel schonend und gut verträglich, da dank neuestem Stand der Technik nur ein kleiner Teil der Strahlendosis auf Blase, Enddarm oder andere benachtbarte Strukturen trifft.

Die Prostata liegt der Blase und dem Enddarm an. Ihre Lage im Körper verändert sich daher, je nach Füllung dieser beiden Organe. Damit dennoch bei jeder Bestrahlung der Tumor getroffen wird ist es wichtig dass vor jeder Behandlung der Darm leer und die Blase voll ist.



Ansprechpartner für alle Fragen betreffend urlogischer Tumoren sind:

Dr. med. Yousef Najafi                                                        Dr. med. C. Linsenmeier MSc
Palliative Schmerzbestrahlung

In der Palliativmedizin spielt die Bestrahlung zur Schmerzlinderung immer schon eine grosse Rolle. Dank hochkonformaler Techniken und auch stereotaktischer Bestrahlungen ist dies jedoch zunehmend sanfter und ohne wesentliche Nebenwirkung für unsere Patienten möglich. Die Abbildung zeigt ein Beispiel einer ausgedehnten palliativen Bestrahlung.Palli.jpg

Wir sehen nicht nur die Behandlung der Krankheit als solche, sondern den ganzen Menschen. Dies drückt sich in unserer Nähe zur palliativmedizinischen Abteilung aus, die ein Teil unserer Klinik ist.